Vereinsgeschichte
1926 – 1960
Ein Anfang, ein Bruch, ein zweiter Anfang
Es beginnt 1926 in Konstanz: Ein Verein entsteht, getragen von der Idee der DJK-Bewegung, mit Fußball im Mittelpunkt und einem starken Gemeinschaftsgefühl. Die Stadt ist damals noch eine andere, der Sportplatz ist nicht der Kunstrasen von heute, sondern eher eine Wiese, auf der man sich nach Feierabend trifft – nicht, weil es Ruhm verspricht, sondern weil der Ball rollt und man zusammen sein will.

Dann kommt die Zäsur. 1933 werden DJK-Vereine verboten und aufgelöst. So endet auch in Konstanz die erste Zeit – nicht sportlich, nicht aus freien Stücken, sondern durch politische Realität.
Viele Jahre bleibt es still. Und doch ist so ein Verein selten wirklich „weg“. Er lebt in Erinnerungen weiter, in Namen, in alten Geschichten. Als die DJK Konstanz schließlich am 12. Dezember 1959 wiedergegründet wird, ist das nicht einfach ein Verwaltungsakt, es ist ein Neustart mit dem Versprechen: Wir machen weiter.
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Die DJK Konstanz ist der älteste Fußballverein in Konstanz, der noch unter seinem ursprünglichen Namen spielt.
1961 – 1980
Aus der Kreisklasse in den großen Traum
Die 1960er sind Aufbaujahre. Die DJK spielt sich durch die unteren Klassen der Bodenseeregion. Schritt für Schritt, Wochenende für Wochenende. In den Tabellen tauchen gute Platzierungen auf, später Meisterschaften: Erst wird oben angeklopft, dann wird aufgestiegen. Man kann das heute in den Saisonübersichten nachlesen: 1963/64 Meister in der B-Klasse, 1971/72 Meister in der A-Klasse – das ist der Moment, in dem aus „mitspielen“ langsam „angreifen“ wird.

Anfang der 70er nimmt die Geschichte Tempo auf. 1972/73 wird die DJK Meister der 2. Amateurliga Südbaden, 1973 folgt der Schritt in die Schwarzwald-Bodensee-Liga – der erste echte Sprung in eine größere, überregionale Welt. Und weil der Fußball in diesen Jahren ohnehin überall in Bewegung ist, bringt 1974 die Ligareform den Wechsel in die 1. Amateurliga Südbaden.
Die späten 70er sind dann das Kapitel, das in Konstanz bis heute wie ein Echo nachklingt. Die DJK spielt plötzlich nicht mehr nur „am Bodensee“, sondern mitten im ambitionierten Amateurfußball Süddeutschlands. Ein späterer Südkurier-Rückblick beschreibt diese Zeit als Fußball-Rausch: Es ist die Phase, in der sich sogar die
2. Bundesliga manchmal wie eine Tür anfühlt, die einen Spalt offensteht.
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Und diese Jahre haben auch ihre Bilder: Ein Artikel erinnert daran, dass die DJK in jener Zeit in legendären Jägermeister-Trikots spielte – ein Stück Popkultur des damaligen Fußballs, ein Symbol für Mut, Aufmerksamkeit und das Gefühl: Wir gehören jetzt zu denen, über die man spricht. Eintracht Braunschweig, DJK Konstanz, 1. FC Saar-brücken und der 1. FC Magdeburg waren die Traditionsvereine, die das ikonische Sponsoring von Jägermeister genießen durften.
1977/78 endet die Saison auf einem starken 5. Platz – und genau dieser Platz reicht, um 1978 beim Start der Oberliga Baden-Württemberg dabei zu sein: Gründungsmitglied. Das ist ein Meilenstein, der heute noch wie ein Sternchen in der Vereinsbiografie steht.


1981 – 2000
Der harte Boden nach dem Höhenflug
Doch Fußballgeschichten kennen selten nur Aufstiege. In der Oberliga wird das Niveau gnadenlos, und irgendwann kippt die Saison. 1980/81 endet mit dem Abstieg – Tabellenletzter. In der Statistik bleiben sogar Rekorde hängen, die man lieber nicht hätte: wenige Punkte, viele Gegentore, und eine extrem hohe Heimniederlage gegen Sandhausen.

Was danach folgt, liest sich wie ein langer Hang. Erst noch solide Jahre in der Verbandsliga, dann das Krisenjahr 1983/84: Man spricht von Querelen, viele eingesetzte Spieler, einen Sieg im September und danach eine lange Serie ohne Erfolg. Am Ende stehen weitere Abstiege.
Und trotzdem: Der Verein verschwindet nicht. Er fängt sich wieder, lebt sich neu ein, wird wieder „DJK“ im alltäglichen Sinn – Trainingsabende, Ehrenamt, Jugendliche, erste Mannschaft, zweite Mannschaft, das Vereinsleben. In den 90ern ist sogar wieder ein Aufwärtsbogen zu sehen: 1993/94 Meister in der Kreisliga A, ein Zeichen, dass die DJK längst nicht nur von gestern erzählt.
Aus der Glanzzeit sind außerdem Freundschaftsspiele gegen große Namen überliefert – etwa gegen Eintracht Frankfurt oder Nürnberg. Das sind die Geschichten, die nicht sterben: „Weißt du noch, damals…?“
2001 – 2010
Viele dritte Plätze, ein Schritt nach oben
Die 2000er wirken auf dem Papier ruhiger – aber wer Amateurfußball kennt, weiß: Ruhig ist höchstens die Tabelle, nie das Vereinsleben. Die DJK ist oft vorne dabei, landet mehrfach auf Platz 3 in der Kreisliga A.
Und dann kommt 2009/10 der Moment, an dem sich all diese „fast“-Jahre auszahlen: Vizemeister, Relegation, Aufstieg in die Bezirksliga Bodensee.

2011 – 2020
Bezirksliga-Luft, Rückschritt, Kunstrasen
Zwei Saisons hält die DJK sich in der Bezirksliga:
2010/11 – Platz 11, 2011/12 – Platz 17 und damit der Abstieg 2012. Es sind Jahre, in denen der Verein sportlich wieder stärker regional verankert ist: Kreisliga A, später sogar Kreisliga B.

Aber während der Ball manchmal stolpert, verändert sich die Heimat. Der Tannenhof-Sportplatz im Lorettowald bleibt das Zentrum und 2016 bekommt er einen neuen Kunstrasen. Die Stadt investiert 520.000 Euro. Für viele Vereine ist so etwas mehr als Infrastruktur: Es ist ein Stück Zukunft, das plötzlich ganz real unter den Stollen liegt.
2021 – 2030
Neuanfang mit Rückenwind
Als die DJK in die 2020er gegangen sind, war eins klar: Wenn sie Zukunft wollen, brauchen sie mehr als nur Ergebnisse am Sonntag. Die DJK wollte wieder als Verein spürbar werden – für Kinder, Eltern, Ehrenamtliche, für den ganzen Stadtteil. Also haben sie sich 2022 neu ausgerichtet: klarer, moderner, sichtbarer.

Der Wandel mit kleinen Schritten. Jugendarbeit wurde nicht nur ein Punkt auf der Agenda, sondern ein Versprechen: Raum für Entwicklung, optimale Trainingsbedingungen und Wachstum.
Parallel wurde angefangen, das Vereinsleben stärker nach außen zu drehen: mehr Präsenz, mehr Kooperationen, mehr Außendarstellung – und damit Schritt für Schritt auch ein Imagewandel, der sich nach vorne anfühlt.
Sportlich wurde die Breite ausgebaut und neue Wege zugelassen. Die Zweite Mannschaft ist wieder ein echtes Projekt geworden.
Und die DJK bestätigt: Fußball verändert sich – also ist sie mitgegangen. Im November 2022 wurde die Fußballabteilung erstmalig um Futsal erweitert und sind Gründungsmitglied der SBFV-Futsal-Verbandsliga. In der ersten Verbandsliga-Saison holte man sich in einem spannenden Finalturnier den 3. Platz. Da man ganzjährig betrachtet nicht ausreichend Hallenzeiten zugesichert bekommen hat, wurde das Projekt Futsal im vorerst auf Eis gelegt.​

Und ja: Auch sportlich gab es wieder Bewegung nach oben. 2024/25 trat die DJK durch die Spielgemeinschaft mit dem damals mannschaftslosen BC Konstanz-Egg mit -6 Punkten (Strafe BC Konstanz-Egg) wieder in der Bezirksliga Bodensee an. Viele Neuzugänge und eine Menge Motivation sorgten für Furore. Das Ergebnis sah leider etwas anders aus: Über den Saisonverlauf personell stark geschwächt, trotzdem immer kämpfend, am Ende eine Niederlage – genau diese Mischung aus „nicht ideal“ und „trotzdem da“ ist Amateurfußball in Reinform.
Unterm Strich erzählen diese Jahre die Vereinsgeschichte so:
Die DJK hat nicht gewartet, bis „bessere Zeiten“ kommen, sie hat angefangen, sie zu bauen. Mit Jugend als Fundament, mit mehr Präsenz nach außen, mit einer Vereinsidentität, mit einem echten Zuhause am Tannenhof – und mit einem Auftritt, der zeigt: DJK Konstanz ist wieder in Bewegung.​
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Wenn man die Geschichte der DJK Konstanz erzählt, dann erzählt man keine gerade Linie. Man erzählt Gründung – Verbot – Wiedergründung, dann einen Aufstieg bis in die Oberliga, danach den harten Fall, und schließlich das, was viele Vereine ausmacht: Wieder aufstehen, neu ordnen, weitergehen.
Und irgendwann merkt man: Der wichtigste Titel ist nicht Oberliga-Gründungsmitglied oder Bezirksliga-Aufstieg. Der wichtigste Titel ist, dass der Ball auch heute noch rollt und die Kinderaugen funkeln, wenn sie gegen den Ball treten – auf dem Tannenhof, im Lorettowald, in Konstanz.
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Aus Liebe.






